Nordkapp

Letzte Nacht hat der Tesla an einer 32A Typ-2 Ladedose  (einphasig) vom Hotel geladen. Heute früh waren es -1.5 Grad Innentemperatur, draussen blauer Himmel, Sonne und kein Wind. Das stimmte uns zuversichtlich auch gutes Wetter am Nordkapp zu haben.

Nach dem Frühstück fuhren wir gemütlich los, so dass wir locker im ersten Durchgang um 11 Uhr mitkommen würden. Unterwegs windete es wieder auf. Die Strassen waren sehr glatt. Den ersten Unfall gab es kurz nach Honningsvåg, als ein LKW einen PKW mitnahm, der auf die Hauptstrasse einbog und der LKW wegen der Glätte nicht zum Stehen kam.

Nach ein paar Kilometern (die Strecke kannten wir ja noch von gestern) stand ein Ford auf einem Schneeberg entgegen der Fahrtrichtung. Kurz darauf wussten wir warum. Der Wind bliess so stark, dass man vor lauter Schneegestöber den Strassenzustand nicht mehr erkennen konnte und wusch, waren wir in der Kurve in ca. 25 cm tiefen Schnee gefahren der auf der Fahrbahn lag und hingen fest. Man kam kaum aus dem Auto raus, so stürmte es. Auch mit der Schaufel war da nichts mehr zu machen und der Wind wehte das Auto immer mehr mit Schnee ein. Zu guter Letzt kam auch noch ein Schneepflug vorbei, der ebenfalls den Schnee gegen das Auto räumte 😦

Mittlerweile kam der Fordfahrer zu uns und meinte, dass ein Schneeräumer auf dem Weg sei um ihn rauszuholen, der würde uns dann auch helfen. Also bereiteten wir solange das Auto vor: vorne die Verkleidung abmachen um den Abschlepphaken montieren zu können, mit der Schaufel wenigstens etwas Schnee vor und unter dem Auto entfernen, obwohl es immer noch so wehte, dass das fast umsonst war. Dann die Prozedur des Abschleppens im Handbuch nachgeschaut und die einzelnen Schritte befolgt. Ein kleiner Strassendiensttransporter holte inzwischen den Ford aus dem Schnee und versuchte sich zu uns zurchzukämpfen, doch dann steckte er selber fest. Dann rief er einen grossen Schneepflug, der erst ihn und dann uns rauszog. Mittlerweile war klar, dass wir die erste Durchfahrt zum Nordkapp nicht mehr schaffen würden. Da die Meinungen auseinandergingen, wie es weiter oben mit der Strassenbeschaffenheit aussah, beschlossen wir erstmal wieder etwas weiter runterzufahren. An einer Haltebucht wendeten wir wieder und montierten die Schneeketten, in der Hoffnung, dass der Schneepflug nun die grössten Verwehungen entfernt hatte (selbst mit Ketten wären wir dort nicht weitergekommen). Und tatsächlich war die Strasse nun recht ordentlich zu befahren, zwar teilweise mit Schnee bedeckt und eisig aber man kam gut voran. Da es mit den Schneeketten etwas ungeheuerlich war und wir mit denen nicht so schnell fahren wollten aber trotzdem wenigstens die letzte Durchfahrt um 12 Uhr für diesen Tag erreichen wollten, hielten wir kurz und nahmen die Ketten ab, da es bis dahin so aussah, als wäre das Schlimmste überstanden. Dem war dann zum Glück auch so und wir waren pünktlich am Sammelplatz für den Konvoi zum Nordkapp. Ausser uns war nur noch ein Avis-Polo dort. Kurz nach 12 kamen dann noch drei Busse der Hurtigrouten-Schiffe. Als die da waren fuhr der Konvoi los. Vorne weg der Schneepflug und hinten der Strassendiensttransporter. Auch hier war die Strecke wieder eisig, so dass wir nicht ganz das Tempo des Schneepflugs mitgehen konnten. Auch die drei Busse, die vor uns fuhren, waren teilweise deutlich langsamer unterwegs.

Am Ende hatten wir es geschafft und standen ca. 12.30 Uhr nach 4.267 km mit dem Auto am Nordkapp.

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